16.06.2026
Neuigkeiten

Die 7a zu Besuch am Gericht

Die Klasse berichtet von ihrem Besuch am Landgericht Bochum

Am Mittwoch den 27.05.26 hat Herr Hirtes uns (7a) am Sankt-Ursula-Gymnasium besucht. Herr Hirtes ist ein Arbeitsrechtsanwalt und hat uns spannende Dinge über ein Gerichtsverfahren erklärt. Da wir am 28.05.26 ins Gericht nach Bochum fahren wollten, und noch nichts über eine Gerichtsverhandlung wussten, war es umso interessanter. Zuerst hat Herr Hirtes die einzelnen Personen, die bei einem Gerichtsverfahren teilnehmen, vorgestellt. Das Gericht besteht aus 3 Personen: 1.Die Richterin oder der Richter, 2.Schöffin, 3. Schöffe. Im Gerichtssaal selbst gibt es eine strenge Platzverteilung: Auf der Seite, die zum Fenster zeigt, sitzt der/die Staatsanwalt/in und eventuell noch der/die Nebenkläger/in. Auf der Seite, die zur Wand zeigt, sitzt der/die Angeklagte/-r mit der Verteidigerin oder dem Verteidiger. Manchmal gibt es auch noch einen Dolmetscher. 

Nachdem Herr Hirtes uns die einzelnen Personen erklärt hatte, konnten wir Fragen stellen. Danach hat Herr Hirtes dann noch einen Fall mit uns nachgespielt. Dafür hatte er extra noch die einzelnen Roben dabei. Herr Hirtes hat dann die einzelnen Rollen verteilt. Eine Robe ist ein schwarzes Gewand, welches man trägt, um Respekt zu zeigen. 

Zum Schluss hat Herr Hirtes dann noch den Fall, welchen wir im Gericht in Bochum anschauen werden, erklärt. Er hat uns erzählt, worum es in diesem Fall geht und dass es sich um einen Strafprozess handelt. Insgesamt hat uns diese Vorbereitung sehr viel Spaß gemacht! 

Zu Besuch beim Landgericht in Bochum

Am 28.05.2026 war es dann endlich soweit und wir versammelten uns um 7:30 am Bahnhof Neheim-Hüsten. Nach einiger Zeit des Wartens kam auch schon unser Zug und wir machten uns auf den Weg nach Bochum ins Gericht. Am Bahnhof in Bochum angekommen, nahm uns Herr Hirtes in Empfang und wir liefen noch 5 Minuten zum Gericht. Dort angekommen, durchliefen wir die Sicherheitskontrolle und bestaunten, nachdem wir alle durch waren, zunächst einmal das riesige Gebäude. Anschließend erzählte Herr Hirtes uns noch die wichtigsten Regeln und Informationen. Da wir noch Zeit bis zur Verhandlung hatten, machten wir uns auf den Weg in die Cafeteria. Wir frühstückten und unterhielten uns gespannt über den folgenden Prozess. Nach ungefähr 45 Minuten gingen wir dann zum Gerichtssaal, in welchem der Prozess lief. Da die Richterin allerdings noch nicht da war, warteten wir wieder einige Minuten, in welchen wir uns aufgeregt unterhielten. Als es dann endlich so weit war und die Richterin den Raum aufschloss, gingen wir in den Saal. Er war klein und genau so aufgebaut, wie wir es am Tag zuvor gelernt hatten. Bevor die Richterin sich umzog und sich in ihrem Raum bereit machte, durften wir Fragen an sie und an die Protokollführerin stellen. Als die Richterin mit ihrer Robe bekleidet wieder hereinkam, standen alle auf, um Respekt zu zeigen. Die Richterin eröffnete den Prozess und begann damit, der Täterin einige Fragen zu stellen. Da die Täterin jedoch kein Deutsch konnte, musste alles von ihrem Dolmetscher übersetzt werden. Anschließend wurde der Tatbestand von einer Staatsanwältin vorgelesen. Nachdem die Staatsanwältin zu Ende gesprochen hatte, fragte die Richterin die Täterin, ob diese Erläuterung stimmt. Da die Täterin jedoch meinte, dass die Tat sich anders abgespielt hatte, begann sie, ihre Sicht zu erläutern. Der Dolmetscher übersetzte, bis sie fertig war, alles. Da die Anwältin der Täterin nach der Erzählung jedoch meinte, dass die Täterin ihr die Geschichte ganz anders erzählt hätte, wurde die Sitzung unterbrochen, um einen neuen Dolmetscher zu finden. Wir warteten also wieder in der Cafeteria darauf, dass es weiter geht. Die Spannung war sehr groß und alle wollten unbedingt wissen, wie es weitergeht. Nach 30 Minuten gingen wir wieder zum Saal. Da die Richterin in solch einer kurzen Zeit jedoch keinen neuen Dolmetscher gefunden hatte, übersetzte die Anwältin der Täterin das Wichtigste erneut vom Englischen ins Deutsche. Anschließend wurde der Zeuge dazu geholt, damit er seine Sichtweise erneut erzählen konnte. Damit er jedoch Beweismaterial auf seinem Handy finden konnte, wurde die Sitzung erneut für 5 Minuten unterbrochen. Nach der Pause hatte der Zeuge das Beweismaterial jedoch noch nicht gefunden. So beriet sich die Richterin mit ihren Schöffen über das Urteil. Dadurch, dass beide Ansichten jedoch plausibel klangen, und nun Aussage gegen Aussage stand, wurde ein zweiter Termin vereinbart. Nach der Verhandlung unterhielten wir uns auf der Rückfahrt im Zug noch viel über das, was wir über den Fall denken würden. 

Es war ein sehr interessanter und lohnenswerter Ausflug! 

Verfasst von Anni Ebel und Malin Becker (7a)

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