St.-Ursula-Gymnasium Arnsberg

Vergessene Welten und blinde Flecken

In den deutschen Nachrichten werden eigentlich wichtige Meldungen über den Globalen Süden total vernachlässigt. Aber ist das so richtig?
Der Deutschkurs der EF hat zu diesem Thema am
16. November die Ausstellung „Vergessene Welten und blinde Flecken“ in der Neheimer Stadtbibliothek besucht.

Diese Ausstellung basiert auf den wichtigsten Ergebnissen einer Langzeitstudie, darunter vor allem die Auswertung von über 4.300 Tagesschau-Sendungen aus den Jahren 2007 bis 2018. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Berichterstattung der Tagesschau, aber auch anderer Medien, geografisch sehr unausgewogen ist. Damit ist gemeint, dass dem sogenannten Westen und der MENA (Middle-East-North Africa ) - Region überproportionale Aufmerksamkeit in den Medien geschenkt wird, während andere Länder des Globalen Südens fast gar keine Aufmerksamkeit bekommen und teilweise ignoriert werden.
Der Journalist Arne Perras kommentierte z.B. in der Süddeutschen Zeitung bezogen auf die Flutgeplagten in Asien, dass Leid alleine anscheinend nicht ausreiche, um konsequentes Interesse auszulösen, denn viele Faktoren würden darüber entscheiden, ob es eine Katastrophe in die Abendnachrichten schafft.
Ein weiteres Beispiel für die mediale Vernachlässigung des Globalen Südens ist das Thema Hungersnot, was wahrscheinlich jedem bekannt ist. Schon im Jahr 2011 wurde kaum über die Hungersnot am Horn von Afrika berichtet, obwohl dort insgesamt 260.000 Menschen gestorben sind, darunter vor allem sehr viele kleine Kinder (150.000 unter 5 Jahren). Allgemein gebe es geringes Interesse am „größten lösbaren Problem der Welt“, denn Hungersnot ist kein Problem, welches man unter keinen Umständen beheben kann. Auch ein paar Jahre später hat sich nicht viel geändert. Die Hungersnot in Afrika wurde in dem ganzen Jahr 2016 insgesamt nur in drei Berichten erwähnt. Dazu kommt noch, dass es nie Topthema des Tages war.

Da fragt man sich doch, warum solche großen Themen so wenig erwähnt werden und ob es dafür konkrete Gründe gibt, oder nicht? Ein möglicher Grund für die unausgewogene Berichterstattung sei, dass sich die Berichterstattung im Allgemeinen nach der kulturellen oder geografischen Nähe richtet. Außerdem werde oft nur über Nachrichten berichtet, welche einen sogenannten „Sensationswert“ besitzen. Somit seien Terror und Krieg „berichtenswerter“ als Hunger.
Eine weitere Erklärung für die mediale Vernachlässigung des Globalen Südens sei, dass das Korrespondentennetz im Westen viel ausgeprägter sei als im Süden. Zum Beispiel müsse bei einem Unglück in Sierra Leone (Westafrika) ein Korrespondent aus dem 5.500 Kilometer entfernten Nairobi (Kenia) zugeschaltet werden, da kein Korrespondent in der Nähe sei.

Zusammenfassend kann man sagen, dass viele Themen mehr mediale Aufmerksamkeit verdient haben, denn so könnte man wahrscheinlich auch z.B. das Problem der Hungersnot zu beheben versuchen. Dadurch, dass uns Informationen über den Globalen Süden vorenthalten werden, haben wir außerdem kein vollständiges Weltbild vor Augen, denn ohne die Medien wissen wir sehr wenig über den Globalen Süden und über Ereignisse in verschiedenen Ländern.

Annika Blumenstein (EF)


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