Donnerstag
Eine halbe Stunde später als bei uns traf man sich zum ersten Schultag. Besonders die beiden begleitenden Lehrerinnen waren sehr begeistert von dem neuen, extra ausgewiesenen Lehrerparkplatz, den es in dieser Form vor zwei Jahren noch nicht gab. Auch gebäudetechnisch hatte sich seit dem letzten Besuch viel getan. Ein komplettes Gebäude ist seitdem hinzugekommen, technisch hervorragend ausgestattet, und auch der Schulhof wurde erweitert.
Unsere Schülerinnen und Schüler trafen sich zunächst auf besagtem Schulhof und wurden dann zu Beginn des Unterrichts von ihren Austauschpartnern in die ihnen zugewiesenen Klassen gebracht, nicht mehr als drei Deutsche pro Gruppe. Die Räume sind zwar fein, aber auch klein. Die Freude, am Unterricht des Collège St Jacques de Compostelle teilzunehmen, war groß („groß“ ist vielleicht etwas übertrieben), aber schon um elf Uhr stand ohnehin die Fahrt nach Chartres auf dem Programm. Ohne die Franzosen, aber mit allen 35 deutschen Gastschülerinnen und -schülern, fuhren wir höchstens eine halbe Stunde mit dem Bus nach Chartres. Bei mehr als 30 Grad und Sonnenschein stand natürlich die Kathedrale als Erstes auf dem Plan. Im kühlen Inneren gab es nicht nur genügend zu sehen, sondern auch Infos zu hören. Im Anschluss daran stand ein Stadtspiel mit Freizeitanteil und Möglichkeit zur Mittagspause auf dem Programm. Diverse Fragen des (rein französischsprachigen) Aufgabenzettels galt es zu lösen. Neben Wissensfragen und weiteren Aufgaben zu Sprache und Kultur wurde auch der Stift, den alle Gruppen erhielten, gegen viele ansprechende Gegenstände eingetauscht. So verging die Zeit wie im Flug, ehe man sich wieder gemeinsam auf den Weg Richtung Bus machte. Zurück in Mignières fand gerade der Raumwechsel zwischen den Stunden statt, so dass einige direkt wieder im Unterricht landeten, bis um zehn nach fünf (17:10 Uhr, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen), der Gong ein letztes Mal für diesen Tag ertönte. Sorgen einiger unserer Schüler können wir zerstreuen: Nein, nicht alle französischen Schüler leiden an Burnout bei so langem Unterricht. Und bei diesen Temperaturen hätten bei uns schon alle lautstark nach Hitzefrei gerufen, aber auch das gab es hier heute nicht. In wenigen Minuten leerte sich dann der Schulhof, und alle machten sich wieder auf den Heimweg Richtung Gastfamilie. Morgen geht das Abenteuer Austausch weiter…
Mittwoch
Wenn Engel reisen, lacht die Sonne. Gemäß diesem Motto traf man sich am frühen Morgen, um den Bus nach Chartres zu besteigen. Leider kam man nicht weit. Bereits am Totenberg, noch vor der Autobahn, begann der erste Stau. Mit Elan ging es dann schließlich weiter, immerhin bis zum Autobahnkreuz Werl, als uns Stau Nummer zwei heimsuchte. Danach ging es dann immerhin zügig weiter. An der Raststätte Aachener Land wurde McDonald‘s gestürmt, und so gestärkt verließen wir dann bald unsere deutsche Heimat. Belgien war nur als schneller Transit nach Frankreich gedacht, doch, wie sollte es anders sein, auch hier erwartete uns heimtückischerweise ein Stau. Aber da es doch noch eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt, lief es dafür umso besser, kaum dass wir die Grenze nach Frankreich passiert hatten. Durch Paris ging es zwar langsam, aber immerhin durchgehend vorwärts. Und so kamen wir nach gut zehn Stunden Fahrt in Mignières an, sehnsüchtig erwartet von den Franzosen. Diejenigen, die sich schon kannten, begrüßten sich freudig, die anderen gingen zunächst schüchtern aufeinander zu. Und nach und nach trennten sich die Wege aller… Einzig über unsere Gruppe wurden noch ein paar Nachrichten ausgetauscht, und dann kehrte Ruhe über Mignières und Umgebung ein…