St.-Ursula-Gymnasium

Compassion 2018

Siobhan: ,,Ich habe mein Sozialpraktikum bei der Tafel in Neheim absolviert.

Wenn man ,,Tafel“ hört denkt man als erstes an viel Essen, das für wenig Geld bzw. umsonst an Bedürftige gegeben wird.
Da kommen schon die ersten Befürchtungen auf:
Werde ich nur Kisten mit Essen schleppen und an mürrische ältere und ausländische Men-schen verteilen, die ich kaum verstehe?
Da hofft man doch darauf, dass die Mitarbeiter nett sind und dass man nicht nur körperlich überfordert wird.

Tatsächlich waren sowohl die Mitarbeiter als auch die Kunden nett, mit Ausnahmen natürlich.
Zu meinen Hauptaufgaben gehörte es morgens, wenn Tüten oder Brot gepackt werden muss-ten, mitzuhelfen und danach entweder bei Obst und Gemüse oder dem Sonderverkauf zu ar-beiten.
Die Kunden werden, immer nur fünf auf einmal, reingelassen und nachdem ihre Kundenkarte gescannt worden ist, bekommen sie je nach Familiengröße für 1€ entsprechend viele Tüten. In diesen Tüten sind meist sieben Dinge enthalten.
Danach können sie sich beim Sonderverkauf noch Kuchen, Hähnchen, Klopapier und ähnli-ches für weiteres Geld kaufen. Meist kosten diese Dinge zwischen 0,50 und 2,00 €.
Zum Schluss kommen sie zum Obst und Gemüse. Dort sind an einer Wand viele Kisten mit verschiedenen Dingen aufgebaut. Die Kunden geben eine Karte mit der Familiengröße, die sie zuvor nach dem Einscannen bekommen haben, an einen Mitarbeiter ab und dieser geht mit den Kunden dann an der Wand entlang. Von den Dingen die sie haben möchten, legt der Mit-arbeiter ihnen entsprechend viel in ihre Einkaufstüten oder Trolleys.

Es hat mich überrascht zu sehen, dass viele der Kunden gar nicht wie Bedürftige aussehen. Einige von ihnen waren sehr nett und haben sich gut mit einem unterhalten.

Eine Sache, die man dabei lernt ist ,,Nein“ zu sagen. Von manchen Sachen ist nicht genug da und man kann den Kunden dann einfach nicht mehr geben.
Das wohl wichtigste was man allerdings lernt ist, alle mit Respekt zu behandeln.
Es gibt Kunden, die sind körperlich eingeschränkt, andere sind geistig nicht ganz auf der Höhe und wieder andere schämen sich so sehr, dass sie einfach nicht mehr mit einem reden als sie müssen.
Man sollte nicht auf die Menschen herabschauen oder sie bemitleiden, sondern sie wie ganz normale Menschen behandeln.

Insgesamt kann ich die Tafel als Einsatzort für das Praktikum nur empfehlen. Man lernt viele Menschen aus verschiedenen Gruppen kennen und mir persönlich hat es viel Spaß gemacht dort mit den netten Mitarbeitern zusammen zu arbeiten, da sie auch für den ein oder anderen Scherz gut zu haben waren.

Es lohnt sich auf jeden Fall!“
Siobhan Dorn



In diesem Brief möchte ich Euch ein bisschen über mein soziales Praktikum in¬formieren. Ich habe dieses im Karolinen-Hospital in Hüsten absolviert. Dort habe ich zwei Wochen auf der Station 1b verbringen dürfen, welche eine gefä߬chirurgische Station ist.

Bevor wir mit diesem Praktikum begonnen haben, wurden wir im Unterricht, besonders im Religionsunterricht, gut darauf vorbereitet. Zum einen haben wir über unsere Befürchtungen und Erwartungen gesprochen, welche ich euch gleich noch genauer schildern möchte und zum anderen sind wir viele mögliche Situationen durchgegangen, mit denen wir in unserem Praktikum vielleicht kon¬frontiert werden würden.

Ich fange mit meinen Befürchtungen an. Allzu viele hatte ich nicht, da ich bis vorher nicht genau wusste, auf welcher Station ich sein würde.
Die erste Befürchtung war, dass ich Wunden sehe, mit denen ich nicht klar kommen würde, da sie zu tief oder abschreckend sind. Dies hat sich zum Glück nicht bewahrheitet.
Eine weitere Befürchtung war, dass ich ein paar Aufgaben zugeteilt bekommen würde, mit denen ich überfordert wäre, was sich teilweise auch bestätigt hat. Je¬doch konnte ich die Krankenschwestern immer fragen, wenn ich Hilfe brauchte und diese haben mir dann auch immer geholfen und mir so die Aufgaben leich¬ter gemacht.
Die letzte Befürchtung war, dass ich oft an meine Grenzen kommen würde, was sich auch als richtig herausstellte, aber letzten Endes doch nicht so schlimm war.

Ich hatte bis zum Anfang meines Praktikums nur zwei Erwartungen. Zum einen hatte ich die Erwartung, dass ich viele verschiedene Krankheiten kennen lerne und zum anderen, dass ich viel lerne, was auch genauso passierte. Ich kam in Kontakt mit vielen Krankheiten und konnte auch viel anderes lernen, worüber ich sehr froh bin, da ich das in meinem späteren Leben gebrauchen kann.

Während meiner Arbeitszeit habe ich, zum Beispiel, täglich Essen und Kaffee an die Patienten verteilt, jedoch habe ich auch viel Abwechslung erlebt. Dies könnte daran gelegen haben, dass ich immer mit anderen Krankenschwestern zusammen gearbeitet habe und diese mir immer unterschiedliche Aufgaben zu¬geteilt haben. Meine Lieblingsaufgaben waren in der letzten Woche den Patien¬ten den Blutzucker zu messen oder auch Tabletten und ein Inhaliermedikament zu verabreichen. Am liebsten habe ich jedoch die Nadeln von Zugängen, welche man Vigos nennt, gezogen. Ich durfte mich besonders um zwei ältere Damen kümmern, mit denen ich mich super verstanden habe und somit konnte ich klei¬nere Aufgaben übernehmen, die die Krankenschwestern ein wenig entlasteten. Au¬ßerdem habe ich die Intensiv-Station und die IMC, welche eine Wachstation ist, kennen lernen dürfen.

In meinem sozialen Praktikum habe ich viel über das christliche Menschenbild und über mich selbst erfahren. Ich habe, zum Beispiel, gelernt, dass ich jeden Menschen, beziehungsweise jeden Patienten gleich behandele und dabei immer freundlich bleibe.
Über mich habe ich gelernt, wie weit ich an meine Grenzen gehen kann und wie weit ich sie überschreiten kann. Anfangs dachte ich, dass ich meine Grenze schon erreicht hätte, jedoch habe ich sie noch überschritten und war danach stolz und kenne sie jetzt besser.

Am Ende möchte ich noch sagen, dass das Compassion-Praktikum meiner Mei¬nung nach eine wichtige Erfahrung ist, weil man viel für seine Zukunft und über sich selbst lernt.
Außerdem finde ich nicht, dass es durch ein Berufspraktikum ersetzt werden kann, weil das eine ganz andere Zielsetzung hat, nämlich herauszufinden, ob man den Job mag oder nicht. Bei Compassion geht es um zwischenmenschliche Erfahrungen und Einüben von sozialen Fähigkeiten.
Ich kann abschließend sagen, dass ich froh bin ein solches Praktikum gemacht zu haben und sehr großen Respekt vor den Krankenschwestern entwickelt habe, die sich Tag für Tag um die Patienten kümmern.

Ich hoffe, dass Ihr im nächsten Jahr auch ein schönes Praktikum haben werdet und auch viel lernt und gute Erfahrungen macht.

Liebe Grüße
Nele Bachner



„Liebe Schüler und Schülerinnen,
Compassion steht vor der Tür und Ihr müsst Euch nun für eine Institution entschei-den, wo ihr euer Sozialpraktikum absolvieren wollt. Ich habe das Hospiz Raphael in Arnsberg gewählt, da ich etwas Einzigartiges machen wollte und mir z.B. ein Alten-heim echt zu langweilig war. Viele Menschen hatten Sorge, dass ich diese zwei Wo-chen nicht aushalten würde, da es hier immerhin um Menschen geht, die in absehba¬rer Zeit sterben werden. Ich musste zunächst mit meiner Mutter ein persönliches Ge¬spräch mit den Pflegern dort führen, aber ich wollte, wie auch viele andere Jugendli¬che, meine Grenzen testen und habe dies schließlich als Herausforderung ange¬nommen. Außerdem wollte ich herausfinden, wie ich mit dem Thema Tod umgehen würde. Viele stellen sich unter dem Hospiz etwas sehr Heftiges vor, was es eigentlich auch ist. Dennoch muss ich gestehen, dass schon nach dem ersten Tag das mul¬mige Gefühl verschwand. Die Arbeitsatmosphäre war sehr familiär und fröhlich, um sich von den eigentlichen Dingen abzulenken. Auch der Umgang mit den Gästen, (Die Menschen werden nicht als Patienten bezeichnet, weil es sich nicht um ein Krankenhaus handelt), war sehr persönlich, als würde man schon länger zusammen leben. Man lernt dort sehr viel über das Hospiz an sich, aber auch über die Perso¬nen, die dort zurzeit wohnen. Wenn ich Fragen hatte, wurde darauf sofort eingegan¬gen oder wenn ich Schwierigkeiten hatte, eine Aufgabe zu bewältigen, wurde mir sofort geholfen. Zu jeder Tageszeit wurde mit den Bewohnern im Gemeinschafts¬zimmer gegessen, aber jeder Gast durfte selbst entscheiden, ob er alleine in seinem Zimmer oder mit uns die Mahlzeiten einnehmen wollte. Wenn die Gäste einen Wunsch hatten, wurde darauf eingegangen, (z.B. wollte in meiner Praktikumszeit ein Mann jeden Tag Süßigkeiten einkaufen gehen, was dann schließlich auch gemacht wurde). In dem Hospiz sind nur neun Zimmer, die bezogen werden können. Im Ge¬gensatz zu einem Krankenhaus sind das echt wenige, denn Menschen gehen in ein Krankenhaus, um zu genesen, aber im Hospiz werden Menschen sterben, weswe¬gen man den Menschen in ihren letzten Lebenstagen das Leben so schön wie nur möglich gestalten möchte. Man lernt dort auch viel über die Angehörigen der jeweili¬gen Gäste, da diese oft zu Besuch kommen und sehr auskunftsfreudig und freundlich sind. Ich war in meiner Praktikumszeit nicht in der Pflege, sondern eher im Hauswirt¬schaftlichen Bereich tätig, da der Kontakt zu den Gästen nicht zu oft sein sollte, so¬wohl zu ihrem eigenen als auch meinem Schutz. Ich konnte mir jedoch beim gemein¬samen Einnehmen der Mahlzeiten genug Zeit für sie nehmen. Manche Gäste wollen auch nicht, dass so viele verschiedene Menschen zu ihnen in das Zimmer kommen, z.B. weil sie sich in Ruhe mit ihrer besonderen Situation auseinandersetzen wollen, was selbstverständlich akzeptiert wird.
Alles in allem war das Sozialpraktikum im Hospiz Raphael für mich eine wichtige Er-fahrung, auch für mein späteres Leben, mit dem Thema Tod besser umzugehen. Ich habe dabei auch meine Grenzen kennen gelernt.
Bevor man sich jedoch für das Hospiz entscheidet, sollte man sich genau überlegen, warum man das Praktikum dort machen möchte. Ich rate deshalb zunächst ein per¬sönliches Gespräch mit den Pflegeleitern zu führen.“
Leon Christians

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